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Wasserfasten nach Prof. Schwarz

Fasten verstehen — die Übersicht

So läuft Wasserfasten ab

Der Ablauf ist überraschend schlicht: eine Woche vorbereiten, zwei Wochen fasten, eine Woche aufbauen, vier bis sechs Wochen dranbleiben. Diese Seite zeigt Ihnen den ganzen Weg auf einen Blick — damit Sie einschätzen können, ob Sie das selbst umsetzen wollen und an welcher Stelle Sie jemanden fragen sollten.

Eines vorweg, weil es häufig falsch dargestellt wird: Die Entscheidung zu fasten treffen Sie, nicht ein Arzt. Wer im Wesentlichen gesund ist und keine Dauermedikation nimmt, braucht dafür keine ärztliche Erlaubnis. Wer mehrere Medikamente nimmt oder chronisch erkrankt ist, braucht etwas anderes — eine fastenerfahrene ärztliche Beratung, und zwar vor dem ersten Fastentag, weil dann Medikamente angepasst werden müssen.

Die vier Phasen

Phase 1 · Entscheiden und vorbereiten

Etwa eine Woche vor dem ersten Fastentag

Was Sie tun
Termin festlegen: zwei Wochen ohne Umzug, Prüfung, Fernreise oder Operation. Medikamente klären — das ist der eine Punkt, der nicht am Küchentisch entschieden wird. Kaffee und Zucker schrittweise herunterfahren. Die letzten zwei bis drei Tage leichter und kleiner essen. Ausgangswerte notieren: Gewicht, Blutdruck, Puls. Eine Person im Umfeld einweihen.
Warum das zählt
Wer mit vier Tassen Kaffee in den ersten Fastentag geht, bekommt den Koffeinentzug oben auf den Fastenkopfschmerz — und hält dann das eine für das andere. Und ohne Startwerte können Sie hinterher nichts beurteilen.
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Die Vorbereitung im Detail · Fasten mit Medikamenten

Phase 2 · Der Start: den Darm entleeren

Tag 1

Was Sie tun
Das Fasten beginnt nicht mit Weglassen, sondern mit einer Handlung: Am Morgen des ersten Fastentags wird der Darm entleert. Planen Sie den Vormittag zu Hause ein, ohne Termine und ohne Auto. Danach viel trinken, Ruhe, Wärme, am Nachmittag ein kurzer Spaziergang.
Warum das zählt
Ein leerer Darm beendet die Verdauungsarbeit sauber, statt sie über Tage auslaufen zu lassen. Praktisch heißt das: Der Hunger lässt schneller nach, der Übergang verläuft ruhiger, Völlegefühl und Übelkeit sind seltener. Die Fastenmedizin arbeitet seit Jahrzehnten so.
Mittel und Menge
Ich empfehle Glaubersalz: 20 Gramm, etwa ein Esslöffel, in 500 Millilitern Wasser aufgelöst und am Morgen des ersten Fastentags in einem Zug getrunken. Die Wirkung setzt meist innerhalb von ein bis drei Stunden ein. Der Geschmack ist unangenehm — das gehört dazu. Einmalig am ersten Fastentag, danach nicht wiederholt. Die klassische Fastenmedizin arbeitet mit größeren Mengen, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt 30 bis 40 Gramm in einem Liter. Ich dosiere bewusst niedriger, weil das für die meisten Menschen ausreicht und deutlich verträglicher ist. Bei Darmerkrankungen, nach Darmoperationen, bei Nierenerkrankungen und bei mehreren Medikamenten wird dieser Schritt vorher besprochen.

Phase 3 · Zwei Wochen fasten

Tag 2 bis Tag 14

Was Sie tun
Jeden Tag dasselbe: trinken, messen, bewegen, notieren. Einmal täglich Gewicht, Blutdruck und Puls, immer zur gleichen Zeit und vor dem ersten Trinken. Ein Spaziergang von zwanzig bis vierzig Minuten. Abends eine Zeile ins Fastentagebuch.
Wie viel trinken
Drei bis vier Liter pro Tag, über den Tag verteilt und nicht in wenigen großen Mengen. In erster Linie Wasser. Ungesüßter Tee zählt genauso dazu, ebenso alle anderen vollständig kalorienfreien Getränke. Nicht dazu gehören Saft, Milch, Softdrinks und Alkohol. Zum Vergleich: Die Fastenmedizin nennt mindestens 2,5 Liter als Untergrenze (Expertengremium Fastentherapie).
Mineralstoffe ersetzen — nicht optional
Wer so viel trinkt und nichts isst, verliert Salze und verdünnt sein Blut. Ich empfehle zwei Gramm Kochsalz pro Tag, um den Natriumhaushalt auszugleichen. Das klingt nach wenig, aber null ist die falsche Menge: Trinkmenge und Salz gehören zusammen, das eine ohne das andere ist nicht sicher. Genau hier scheitern viele Selbstversuche — mit Wadenkrämpfen und Kreislaufproblemen in der zweiten Woche.

Aus dem Shop

Zwei Gramm Kochsalz täglich können Sie mit gewöhnlichem Speisesalz abdecken. Wer es genauer abgestimmt haben möchte, findet im Shop das Wasserfastensalz nach Prof. Peter Schwarz.

Was Sie erwartet
Tag zwei und drei sind die schwersten: Kopfschmerz, Reizbarkeit, Leistungstief, Frieren, Hunger in Wellen. Ab Tag vier lässt der Hunger deutlich nach, der Kopf wird klarer, der Atem riecht süßlich. Danach eine ruhige Phase mit wenig Kraft und leichtem Schlaf.
Der große Vorteil
Jeder Tag ist gleich. Sie brauchen keine Entscheidungen, sondern eine Routine — und Routinen halten, wenn die Kraft nachlässt.
Was nicht geht
Intensives Krafttraining, Wettkämpfe, Belastung an der Leistungsgrenze. Arbeit auf Leitern und Gerüsten, Maschinenbedienung, längere Autofahrten, Nachtdienste. Büroarbeit geht bei den meisten.
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Tag für Tag im Körper: der ganze Verlauf

Phase 4 · Aufbauen und dranbleiben

Eine Woche Aufbau, danach vier bis sechs Wochen

Was Sie tun
Der erste Tag beginnt klein: ein reifer Apfel, langsam gekaut, oder eine milde Gemüsebrühe. Mehr braucht dieser Tag nicht. Danach die Menge über die Woche langsam steigern. Vier Grundsätze: ballaststoffreich und pflanzenreich, damit der Darm wieder in Bewegung kommt. Fermentiertes wie Sauerkraut oder Kefir für die Darmflora. Wenig schnelle Kohlenhydrate — kein Zucker, kein Weißmehl, kein Saft. Und keine schweren Mahlzeiten: klein, häufig, langsam gekaut, kein Restaurantbesuch in der ersten Woche. Weiter viel trinken. Danach eine Essform wählen, die Sie dauerhaft mögen — nicht die strengste.
Warum der Darm Zeit braucht
Ihr Darm ist rund zehn Meter lang und hat zwei Wochen praktisch stillgestanden. Er braucht etwas, das ihn langsam und sanft wieder anstößt — nicht etwas, das ihn überfährt. Dazu kommt das Refeeding-Risiko: Größere Mengen Zucker und Stärke lassen das Insulin hochschießen und verschieben Salze und Phosphat aus dem Blut in die Zellen. Die Folgen reichen von Wassereinlagerungen und Übelkeit bis zu Herzrhythmusstörungen (Refeeding-Syndrom erklärt).
Warum das der wichtigste Teil ist
Der Aufbau dauert etwa halb so lang wie das Fasten, mindestens aber ein Drittel und nie weniger als vier Tage (UGB). Zwei bis drei Kilo kommen in den ersten Tagen zurück: die wieder gefüllten Zuckerspeicher und das daran gebundene Wasser. Kein Rückfall, sondern Physik.
Werte erst später prüfen
Nicht am letzten Fastentag, sondern vier bis sechs Wochen danach. Am Fastenende messen Sie den Übergangszustand — Blutfette, Harnsäure und Entzündungszeichen sind dann erhöht und sehen schlechter aus, als sie sechs Wochen später sind.
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Aufbau und Fastenbrechen im Detail

Aus dem Shop

Die Mineralstoffe lassen sich aus einzelnen Präparaten aus der Apotheke zusammenstellen. Weil mich dazu sehr viele Anfragen erreicht haben, gibt es ein fertig abgestimmtes Salz: das Wasserfastensalz nach Prof. Peter Schwarz.

Wie die Aufbautage Tag für Tag aussehen — welche Mengen, welche Lebensmittel in welcher Reihenfolge — steht im Kostplan zum Fastenbrechen.

Was darf ich trinken?

Das ist die Frage, die mich über den Fastenchat mit Abstand am häufigsten erreicht — meist am zweiten oder dritten Tag, meist abends. Deshalb hier die vollständige Antwort an einem Ort. Die Regel dahinter ist einfach: Alles, was keine Kalorien liefert und den Magen nicht reizt, ist in Ordnung. Alles, was süß schmeckt oder Energie enthält, hält den Körper im Erwartungsmodus.

Ja, ohne Einschränkung

Diese Getränke tragen Sie durch die zwei Wochen.

GetränkWarum
Stilles WasserDie Grundlage. Drei bis vier Liter über den Tag verteilt, nicht auf einmal. Lauwarm ist für viele angenehmer als kalt.
Ungesüßter KräuterteePfefferminze, Fenchel, Kamille, Rooibos, Salbei. Wärmt und beruhigt den Magen.
Grüner und schwarzer TeeUngesüßt. Beide enthalten Koffein — wenn Sie es vorher ausgeschlichen haben, bleiben Sie besser dabei.
IngwerwasserFrischer Ingwer mit heißem Wasser übergossen. Hilft vielen gegen Übelkeit und gegen das Frieren.
Wasser mit Ihrem FastensalzDie Mineralstoffe gehören dazu: zwei Gramm Kochsalz am Tag reichen für die meisten aus. Wer genauer kompensieren möchte, nimmt das abgestimmte Fastensalz.

Kommt darauf an

Erlaubt, aber mit einem Hinweis, den Sie kennen sollten.

GetränkWarum
Kaffee, schwarzKalorienfrei und damit kein Fastenbruch. Trotzdem heikel: Auf den leeren Magen führt er häufig zu Sodbrennen und Unruhe, und er treibt den Kreislauf zusätzlich an, der im Fasten ohnehin schwankt. Wer ihn vor dem Fasten ausgeschlichen hat — und das ist die Empfehlung —, sollte nicht wieder anfangen. Milch, Hafermilch und Zucker gehören in keinem Fall hinein.
SprudelwasserErlaubt. Manche bekommen davon Magendruck und Aufstoßen, gerade wenn der Magen leer ist. Probieren Sie es aus, still ist die sichere Wahl.
Eine Scheibe Zitrone im WasserDie Menge ist so klein, dass sie ernährungsphysiologisch nicht ins Gewicht fällt. Bei empfindlichem Magen kann die Säure trotzdem drücken.
SteviaWenn Sie ohne jede Süße gar nicht auskommen: notfalls ein wenig. Besser ist es, die Tage ohne süßen Geschmack durchzuhalten — er hält die Erwartung auf Essen wach.

Besser nicht

Hier ist die Antwort ein klares Nein — mit Begründung.

GetränkWarum
FrüchteteeDie Fruchtsäure regt den Darm an und kann Hungergefühle auslösen. Kräutertee ist die bessere Wahl.
Säfte, Schorlen, SmoothiesSie enthalten Zucker und Kalorien und beenden damit das Fasten — auch verdünnt, auch „nur ein Schluck“.
GemüsebrüheGehört bei uns nicht in die Fastenphase. Unser Protokoll ist reines Wasserfasten; die Mineralstoffe kommen über das Fastensalz. Ihren Platz hat die Brühe erst im Kostaufbau.
KombuchaEnthält Restzucker, Säuren und Kalorien. Auch die kleinen Flaschen sind kein Fastengetränk.
Light-Getränke und SüßstoffeCola Zero, Limonade ohne Zucker, Erythrit, Sucralose. Zur Wirkung von Süßstoffen im mehrtägigen Fasten gibt es keine belastbaren Daten; sicher ist nur, dass der süße Geschmack den Appetit anregt und den Kopf bei der nächsten Mahlzeit hält. Verzichten Sie darauf.
Geschmackstropfen fürs WasserDieselbe Überlegung: Sie bestehen im Wesentlichen aus Aromen und Süßstoffen. Sie machen das Trinken nicht leichter, sondern das Fasten schwerer.
AlkoholOhne Ausnahme nein. Auf den leeren Magen wirkt er stärker, belastet die Leber in einer Phase, in der sie ohnehin umgestellt hat, und stört den Schlaf.
Milch und PflanzendrinksEnthalten Eiweiß, Fett und Zucker — ein Schuss im Kaffee beendet das Fasten genauso wie ein Glas.

Die eine Zahl, die zählt

Drei bis vier Liter am Tag, gleichmäßig verteilt, dazu zwei Gramm Kochsalz. Fast alles, was Menschen am zweiten und dritten Fastentag als Nebenwirkung erleben — Kopfschmerz, Benommenheit, das dumpfe Gefühl hinter der Stirn — hat mit zu wenig Flüssigkeit zu tun und verschwindet mit einem großen Glas Wasser. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie genug trinken: Der Urin sollte hell bleiben.

Warum Kauen — auch Kaugummi — im Fasten keine gute Idee ist und was gegen die belegte Zunge hilft, steht im Tagesverlauf unter Tag 2. Wie Sie Kaffee vor dem Fasten ausschleichen, steht in der Vorbereitung.

Die Ketose — ab wann, woran merke ich sie, muss ich messen?

Kaum ein Wort taucht im Fastenchat so oft auf wie dieses, und kaum eines wird so überhöht. Deshalb hier nüchtern, was es bedeutet, wann es passiert und was Sie davon merken.

Ketose heißt: Ihre Leber hat den Zucker aufgebraucht und stellt aus Fett einen Ersatzbrennstoff her — Ketonkörper. Ihr Gehirn kann damit arbeiten. Das ist kein Ausnahmezustand und keine Krankheit, sondern der Stoffwechsel, für den Ihr Körper gebaut ist, wenn nichts zu essen da ist.

Ab wann?

Die ersten Ketonkörper erscheinen schon nach etwa zwanzig Stunden ohne Nahrung, mit Bewegung ein wenig früher. Vom zweiten Fastentag an steigen sie stetig. Ab dem vierten Tag lassen sie sich bei mehr als 95 von 100 Fastenden nachweisen, im Urin wie im Blut (Auswertung an 1610 Fastenden).

Wie schnell das bei Ihnen geht, hängt an Ihrer letzten Mahlzeit, an Ihrer Bewegung und an Ihrer Insulinempfindlichkeit. Wer bis zuletzt kohlenhydratreich gegessen hat, braucht länger. Das ist einer der Gründe für die Entlastungstage vor dem Fasten.

Woran merke ich es?

An vier Dingen, die die meisten zwischen Tag zwei und Tag vier beschreiben:

  • Der Hunger lässt nach. Nicht langsam, sondern meist innerhalb eines halben Tages. Für viele ist das der überraschendste Moment der zwei Wochen.
  • Der Atem verändert sich. Leicht säuerlich, manche sagen: nach Nagellackentferner. Das ist Aceton. Es geht vorüber, und es riecht schwächer, als Sie befürchten.
  • Der Kopf wird klarer. Nach der Müdigkeit der ersten Tage. Viele beschreiben es als wach und ruhig zugleich.
  • Die Zunge belegt sich. Häufig weißlich. Zähneputzen und Zungenreinigung helfen, verschwinden wird es erst am Ende.

Sie brauchen kein Messgerät, um das zu erkennen. Ihr Körper sagt es Ihnen.

Muss ich messen?

In aller Regel nicht. Messen ist beim Wasserfasten Neugier und nicht Notwendigkeit — es ändert nichts an Ihrem Vorgehen, ob dort 1,5 oder 4 steht. Sie trinken, salzen und ruhen genauso. Wenn Sie es trotzdem interessant finden, spricht nichts dagegen: Die Urinstreifen aus der Apotheke reichen dafür aus und kosten wenig.

Das gilt auch, wenn Sie einen Typ-2-Diabetes haben. Auch dann müssen Sie Ketone nicht zwingend messen; der Blutzucker und Ihr Befinden sind die wichtigeren Größen.

Eine Situation gibt es, in der ich es Ihnen trotzdem ans Herz lege: wenn Sie einen SGLT2-Hemmer nehmen oder ihn erst kurz vor dem Fasten abgesetzt haben. Diese Wirkstoffgruppe — Dapagliflozin, Empagliflozin und verwandte — verändert die Ketonbildung, und die Wirkung hält länger an als die letzte Tablette. Eine tägliche Messung im Blut ist dann einfach eine gute Rückversicherung, die Ihnen Ruhe gibt. Mehr dazu unter Fasten mit Medikamenten.

Was bedeuten die Werte?

Gemessen wird Beta-Hydroxybutyrat, in Millimol pro Liter.

WertWas er bedeutet
unter 0,3Normalzustand, nicht fastend
0,5 bis 3Ketose, wie man sie beim Fasten und bei kohlenhydratarmer Kost sieht
bis etwa 4im mehrtägigen Wasserfasten üblich und unbedenklich; nach zwölf Fastentagen lag der Durchschnitt in einer Untersuchung bei etwa diesem Wert
5 bis 7in der Literatur nach mehreren Fastenwochen beschrieben — in der Begleitung sehe ich solche Werte aber auch schon nach einigen Fastentagen. Solange es Ihnen gut geht und keine zusätzlichen Beschwerden hinzukommen, ist das beim Wasserfasten ein vollkommen normaler Wert

Frontiers in Endocrinology 2021; Nutrients 2024

Ein Punkt gehört dazu, damit Sie sich nicht unnötig erschrecken. In der Notfallmedizin gilt ein Wert über 3 als Hinweis auf eine Ketoazidose (Update on Measuring Ketones, 2024) — und genau in diesem Bereich liegen Sie am zehnten Fastentag völlig unauffällig. Die Zahl allein unterscheidet die beiden Zustände nicht. Unterschieden werden sie durch den Zusammenhang: Bei der gesunden Fastenketose ist der Blutzucker normal oder niedrig, das Blut ist nicht übersäuert, und es geht Ihnen gut. Bei einer Ketoazidose fehlt Insulin, der Zucker ist meist deutlich erhöht, der Säurehaushalt kippt — und die Ketonproduktion erreicht Größenordnungen, die im Fasten nicht vorkommen.

Deshalb ist der wichtigste Messwert nicht die Zahl, sondern Ihr Zustand. Übelkeit mit Erbrechen, tiefe hastige Atmung, starker Durst mit häufigem Wasserlassen, Verwirrtheit: Das sind Gründe, das Fasten zu beenden und ärztliche Hilfe zu suchen — unabhängig davon, was auf dem Streifen steht.

Die häufigste Verwechslung

Ein hoher Ketonwert ist kein Leistungsnachweis. Er sagt nicht, dass Sie „besser“ fasten, mehr abnehmen oder gesünder werden. Er sagt nur, wie weit Ihr Stoffwechsel umgestellt hat. Wer Tag für Tag Werte vergleicht, misst am Ende seine Geduld und nicht seinen Erfolg.

Der ganze Weg als Zeitplan

Erst das Datum macht aus dem Vorhaben einen Plan. Rechnen Sie rückwärts.

ZeitpunktWas ansteht
Zwei Wochen vorherEntscheidung, Datum in den Kalender, Begleitung wählen, ärztlichen Termin machen, falls nötig
Eine Woche vorherMaterialien besorgen, Messgeräte prüfen, Umfeld einweihen, Kaffee reduzieren
Zwei bis drei Tage vorherLeichter, kleiner und pflanzlicher essen; Alkohol und Nikotin weglassen
Tag 1Fastenbeginn mit der Darmentleerung, zu Hause
Tag 2 bis 14Die Fastentage in Routine: trinken, messen, bewegen, notieren
Tag 15Fastenbrechen — der medizinisch anspruchsvollste Tag
Tag 15 bis 21Aufbauwoche mit langsam steigenden Mengen
Vier bis sechs Wochen danachWerte kontrollieren, entscheiden, wie es weitergeht
Was Sie dafür brauchen — und was nicht

Das genügt: Wasser und ungesüßter Tee, eine Waage, ein Blutdruckmessgerät, ein Notizbuch, das Mittel zur Darmentleerung, eine Wärmflasche und eine Bezugsquelle für Fragen. Dazu ein Ablauf, den Sie vorher gelesen haben.

Das brauchen Sie nicht: Nahrungsergänzungen ohne Anlass, Entgiftungsprodukte, Detox-Kuren, Basenpulver, teure Messgeräte, Fastenkliniken. Was von diesen Versprechen belegt ist, steht auf der Evidenzseite — größtenteils im grauen Bereich.

Welche Begleitung brauche ich? — drei Minuten, ohne Angabe von Daten

Wann Sie das allein können — und wann nicht

Nicht ob Sie Begleitung brauchen, sondern wie viel. Die Antwort hängt an Ihrer Ausgangslage und nicht an Ihrer Willensstärke.

Ihre SituationWas daraus folgt
Im Wesentlichen gesund, keine Dauermedikation, normales GewichtSie können das selbst umsetzen. Buch, Fastenleitfaden und ein Weg, Fragen zu stellen, sind die vollständige Ausstattung
Blutdruckmittel oder EntwässerungstablettenFast immer reduzieren, weil das Fasten selbst den Blutdruck senkt — vorher besprechen
Blutzuckersenkende Mittel, besonders InsulinZwingend vorher anpassen. Unterzuckerungsgefahr
Mehrere Medikamente oder chronische ErkrankungFastenerfahrene ärztliche Begleitung, keine Alleinlösung
Schwangerschaft, Stillzeit, unter 18 Jahre, deutliches Untergewicht, EssstörungKein mehrtägiges Wasserfasten

Wichtig ist dabei ein Punkt, der oft untergeht: Es muss eine fastenerfahrene Ärztin oder ein fastenerfahrener Arzt sein. Die meisten Hausärztinnen und Hausärzte haben nie ein Fasten begleitet, und viele raten aus Unsicherheit generell ab. Das ist keine Fachmeinung, sondern fehlende Erfahrung. Die aktualisierte Leitlinie zur Fastentherapie verlangt entsprechend eine Zertifizierung in Fastentherapie und nicht bloß eine Approbation (Wilhelmi de Toledo et al. 2013).

Bevor Sie anfangen: die Risiken, gebündelt

Fasten ist nicht harmlos, und diese Website sagt das lieber deutlich als gar nicht. In der größten Auswertung mit 6.265 Fastentagen waren drei Viertel aller Ereignisse leicht, fünf Prozent schwer, und es gab keinen Todesfall — allerdings unter ärztlicher Aufsicht und in einer vorausgewählten Gruppe (Finnell et al. 2018).

Fasten sofort unterbrechen und Hilfe holen bei: Herzstolpern oder Herzrasen, Ohnmacht statt Schwindel, anhaltendem Erbrechen, starken Wadenkrämpfen, Verwirrtheit oder Wortfindungsstörungen, rasch zunehmender Schwäche, Brustschmerz oder einem Blutdruck, der stark steigt statt zu sinken.

Am selben Tag Rücksprache halten bei: Fieber, neuem Infekt, Nierenschmerz, deutlich weniger Urin, anhaltendem Schwindel im Liegen.

Aushalten dürfen Sie: Hungerwellen, Kopfschmerz an Tag zwei und drei, Frieren, Müdigkeit, Mundgeruch, leichten Schlaf, Reizbarkeit, Langeweile.

Und die Stelle, die viele übersehen: Die medizinisch anspruchsvollere Hälfte ist nicht das Fasten, sondern das erste Essen danach. Wer nach zwei Wochen normal isst, riskiert eine gefährliche Verschiebung von Mineralstoffen im Blut. Deshalb ist die Aufbauwoche keine Fastentradition, sondern eine Sicherheitsvorgabe — hier steht, warum.

Ein Abbruch ist übrigens kein Scheitern, sondern eine richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Legen Sie die Kriterien vorher fest, nicht mitten in der Erschöpfung. Und wenn Sie an Tag sechs aufhören: Sie haben sechs Tage gefastet. Brechen Sie dann aber richtig ab, mit Aufbau — nicht mit einer Pizza.

Jeder kann fasten. Jeder kann sich entscheiden, zwei Wochen lang nichts zu essen. Je kränker jemand ist und je mehr Medikamente er nimmt, desto wichtiger wird eine fastenerfahrene Begleitung — durch eine ausgebildete Fastenbegleitung oder fastenerfahren ärztlich. Diese Begleitung kann digital sein, so wie Sie sie hier auf dieser Website bekommen.

Diese Seite dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Untersuchung.

Wie es weitergeht

Was Sie durch die zwei Wochen trägt

Diese Seite beschreibt den Ablauf. Wenn Sie ihn wirklich durchgehen wollen, hilft etwas zum Nachschlagen für unterwegs — und jemand, den Sie abends um neun noch fragen können.

  • Fastenbroschüre — das Nachschlagewerk für die vierzehn Tage · 18,00 €
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